30. November 2018
Erik Schiller
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Personas – Wenn der Nutzer nicht gerade nebenan sitzt …

Personas in a nutshell – Was sind Personas und wozu brauche ich diese?

Im Umfeld der agilen, verteilten Softwareentwicklung kommt es gerade im B2B-Kontext häufig zu dem Szenario, dass der Auftraggeber der einzige Ansprechpartner für den Entwicklungsdienstleister ist. Oft begründet sich dies durch die mangelnde Verfügbarkeit der Endnutzer, welche entweder örtlich vom Entwicklungsteam getrennt sind oder keine Zeit haben. Wenn der Nutzer nicht gerade nebenan sitzt, können Personas Abhilfe schaffen und den fehlenden Nutzerkontakt kompensieren.

Personas stellen prototypische Benutzer in Vertretung einer Benutzergruppe dar und verkörpern deren wichtige Eigenschaften und Bedürfnisse in Hinblick auf das geplante Produkt. Sie verdichten die Ergebnisse aus der Kontextanalyse, ersetzen jedoch die Nutzerforschung nicht. Die Ausgestaltung erfolgt in Poster-Form, möglichst „lebendig“ und realistisch, denn sonst ist die Persona nicht brauchbar. Generell entstehen Personas in frühen Projektphasen (Analyse und Planung) und werden dann über den gesamten Entwicklungszyklus hinweg als Soll-Ist-Vergleich verwendet. So wird es dem Design- und Entwicklungsteam ermöglicht, sich auf Nutzerbedürfnisse zu fokussieren. Bei Diskussionen dienen sie als Entscheidungsreferenz und stellen mit einer Frage wie „Würde Person x das verstehen?“ den Nutzer in den Vordergrund. Vor allem dem Product Owner helfen Personas bei der Bewertung von Ideen für neue Features.

Oft braucht es nicht nur eine Persona, sondern mehrere Personas, um die potentiellen Benutzer der Software abzudecken. Falls zu viele, eventuell auch im Widerspruch zueinander stehende Personas existieren, ist es hilfreich, diese in primäre und sekundäre Personas zu unterteilen. Das hilft, den Fokus auf die Zielnutzergruppe zu behalten und Entscheidungsalternativen zu gewichten.

Und welche Bestandteile werden nun für eine gute Persona benötigt?

Name: Ein realistischer Name, anhand dessen man die Persona identifizieren kann

Alter: Lässt Rückschlüsse auf die Einstellung der Persona zu

Bild: Ein Bild, egal ob fotografiert oder gezeichnet, damit die Persona realistischer wird

Persönliche Informationen: Alter, Geschlecht, fachliche Ausbildung, Wissen und Fähigkeiten, Familienstand, Kinder …

Persona-Typ: Die zugehörige Nutzergruppe / der Archetyp (z.B. Teenager, Hausfrau, Rentner)

Beruf: Funktion, Verantwortlichkeiten und Aufgaben

Technische Expertise: Allgemeine Computerkenntnisse, Technikaffinität, Kenntnisse über verwandte Produkte, Vorgängersysteme oder Konkurrenzprodukte

Charakter: Die persönlichen Einstellungen und Werte der Persona – Ist sie z.B. aufgeschlossen gegenüber Neuem?

Verhaltensmuster und Vorgehensweisen: Werte, Ängste, Sehnsüchte und Vorlieben

Ziele: Die wesentlichen Aufgaben, welche mit der neuen Anwendung zu bearbeiten sind

Bedürfnisse & Erwartungen: Anforderungen an den Umgang mit dem Produkt

Frustration: Typische Ärgernisse an Produkten generell, was also unbedingt zu vermeiden ist

 

Saxonia Systems Persona Template

Das Usability Team der Saxonia Systems AG hat auf Basis der Best-Practices und eigener Erfahrungen ein Template zur Erstellung einer Persona entwickelt. Das Template ist in fünf Farben kostenlos als PDF erhältlich: DOWNLOAD

Mit dem Saxonia Systems Persona Template haben Sie die Möglichkeit, Ihre Software noch besser an Ihre potentiellen Nutzer anzupassen und verlieren nie den Blick auf das Wichtigste … denn wir wissen ja alle: „The user is always right.“

Erik Schiller ist Wirtschaftsinformatiker (M.Sc.) und arbeitet als Business Analyst für die Saxonia Systems AG. Als fachlichen Schwerpunkt beschäftigt er sich mit der Usability und User Experience in der Softwareentwicklung. Darüber hinaus ist er in verschiedenen Projekten der Energiewirtschaft tätig und hat dabei stets ein offenes Ohr für den Nutzer.

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