17. Februar 2017
Kay Grebenstein
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Wie die Digitalisierung den Fachbereichstest ändert

Umfrage auf der OOP 2017

Ein wesentlicher Erfolgsbaustein eines jeden Dienstleistungsunternehmens ist es, die Zielgruppe Ihrer Services zu kennen. Nicht nur um seine Leistungen bestmöglich zu platzieren, sondern auch um den Kunden eine möglichst optimal auf sie zugeschnittene Lösung zu bieten. Schon seit Langem setzen wir als Saxonia Systems AG daher nicht nur auf eine möglichst enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Kunden, sondern führen auf verschiedenen Konferenzen Umfragen durch. Ziel ist es dabei die Herausforderungen – mit denen Fachbereich und IT täglich zu kämpfen haben – besser kennen zu lernen.

Auf der OOP in München vom 30.01. – 03.02.2017 nutzten wir so wieder die Gelegenheit, um im Testing & Quality Forum eine kleine aber doch recht heterogene Menge an Personen zu befragen. Die Teilnehmer unserer Umfrage waren in unterschiedlichsten Rollen an der Softwareentwicklung in Unternehmen beteiligt – wir befragten Project Owner, Architekten, Testmanager, Entwickler, Projektleiter, Anwendungsmanager, Gruppenleiter, […] und konnten dadurch einige Erkenntnisse gewinnen.

Als Einstieg in unsere Befragung wollten wir von den Teilnehmern wissen, wie viele IT-Teil-Systeme in der Firma in der sie arbeiten zum Einsatz kommen. Wie sich herausstellte, sind die meisten Systemlandschaften durchaus sehr komplex. Mehr als 50% der Befragten gaben dabei 30 oder mehr Teil-Systeme an. Der nächst größere Anteil (22,6%) gab an, immerhin mehr als 15 Teil-Systeme im Einsatz zu haben.

Wie viele IT-Teil-Systeme werden in Ihrer Firma genutzt?

Die nächste Frage behandelte den Integrationsgrad der Systeme, das heißt zwischen wie vielen der vorhandenen Systeme ein Datenaustausch stattfindet, bzw. wie viele der vorhandenen Systeme sich gegenseitig Daten liefern. Hier hielten sich die Meinungen ungefähr die Waage. Das heißt der Integrationsgrad der Systeme wurde nahezu durchgehend mit mittel (die Hälfte der vorhandenen Systeme tauscht Daten aus bzw. liefert Daten) bis hoch ([fast] alle Systeme kommunizieren miteinander, bzw. liefern Daten) bewertet.

Wie schätzen Sie den Integrationsgrad der Systeme ein?

Als erschwerender Faktor bei Softwareentwicklungsprojekten kommt meist hinzu, dass unterschiedliche Akteure an der Entwicklung der Systemlandschaft beteiligt sind. Wir stellten dazu die Frage: „Wer entwickelt bei Ihnen?“, wobei eine Mehrfachauswahl der Antworten (eigene Entwicklungsabteilung, externer Dienstleister vor Ort, externer Dienstleister anderswo) möglich war. Lediglich ein Viertel der Befragten gaben an, das nur die firmeneigene Entwicklungsabteilung für den Ausbau der Systeme verantwortlich ist. Die restlichen 74% werden durch externe Dienstleister entweder vor Ort oder anderswo (32% sogar beides) unterstützt. Die entsprechende Entwicklung erfolgt dabei zum Großteil agil (80%), dicht gefolgt von klassischen Vorgehensmodellen (48%). Aber auch eine „chaosgetriebene“ Entwicklung kommt in 16% der Fälle durchaus noch vor.

Wie wird bei Ihnen bzw. für Sie entwickelt?
Gerade die letzte Form der Entwicklung neigt dabei natürlich zu einer gewissen Fehleranfälligkeit, weswegen unsere letzte Frage sich vor allem auf die Qualität der Software, bzw. das Testen, bezog. Wir wollten also von den Interviewten wissen, ob bei Ihnen überhaupt Tests durchgeführt werden, und wenn ja, wer diese durchführt. Auch hier war eine Mehrfachauswahl der Antworten möglich.

Welch großen Stellenwert Tests bei der Softwareentwicklung einnehmen, zeigte sich an dieser Stelle noch einmal deutlich. Bei allen Befragten wurden Tests (welche Art des Testens war dabei nicht Bestandteil der Umfrage) realisiert. Fast alle (96%) setzten dabei auf Entwicklertests, weitere 71% auf Tests durch den Fachbereich. 67,7 % der Teilnehmer gaben sogar an die Tests durch ein dediziertes Testteam bzw. eine Testorganisation durchführen zu lassen. Immerhin noch 38% führten außerdem die Anwender als testende Instanz auf. Wobei man hier sicher mit einem Schmunzeln sagen kann, dass der Anwender im Endeffekt ja ohnehin immer den letzten Praxistest der Software durchführt.

Wer führt bei Ihnen Tests durch?

Zusammenfassend kann man also sagen, dass sich bei unserem „Markttest“ folgendes Mehrheitsbild darstellte: Der Großteil der Befragten hat es mit komplexen Systemlandschaften zu tun, die durch eine hohe Komplexität durch sehr viele IT-Teil-Systeme und einen mittleren bis hohen Integrationsgrad charakterisiert sind. Des Weiteren sind in den meisten Fällen externe Dienstleister einbezogen, die sich an klassischen oder agilen Vorgehen orientieren. Die agilen Vorgehensmodelle sind dabei die Basis für ein Großteil der Entwicklungsprojekte. Außerdem spielen Tests eine sehr große Rolle. Die Durchführenden sind dabei sehr unterschiedlich, grundsätzlich ist man sich aber darüber einig, das Softwaretests bei der Entwicklung nicht weg zu denken ist.

Wir sind uns dabei durchaus bewusst, dass dies keine repräsentative Studie darstellt und die Besucher des Testing & Quality Forums mit Sicherheit von Haus aus ein gewisses Interesse an Softwarequalität mitbringen. Trotzdem sind die Ergebnisse für uns doch recht aussagekräftig und interessant.

Kay Grebenstein ist Diplom-Informatiker und arbeitet als Testmanager für die Saxiona Systems AG, Dresden. Er hat in den letzten Jahren in klassischen und agilen Projekten unterschiedlicher fachlicher Domänen (Telekommunikation, Industrie, Versandhandel, Energie, …) Qualität gesichert und Software getestet. Die gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse stellt er auf Konferenzen, in Publikationen und auf vielen anderen Wegen vor.

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