7. Dezember 2016
Matthias Siegmund
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Das Interimsmodell ebnet den Weg zum smarten Netz

Neue Gesetze erfordern neue Lösungen …

Das Interimsmodell für Messsysteme als Übergangslösung in der Energiewende

Am 02. September 2016 ist das „Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende“ in Kraft getreten. Auf Basis des Messstellenbetriebsgesetzes (MsbG) mit den Regelungen für den „Smart-Meter-Rollout“ in Deutschland, ist eine Implementierung neuer, intelligenter Messsysteme und moderner Messeinrichtungen erforderlich. Das bedeutet weitreichende prozessuale Anpassungen für eine Integration in die bestehenden IT-Systeme und die Prozesse der elektronischen Marktkommunikation.

Die Verbände BDEW und VKU haben die prozessualen Vorschläge zur Anpassung der geltenden Festlegungen im Sinne eines bis Ende 2019 begrenzten „Interimsmodells“ erarbeitet.

Das Modell soll der Integration von smarten Messlösungen die bestehenden Marktprozesse für eine Anwendung ab Herbst 2017 den Weg ebnen.

Die Prozessvorschläge zum Interimsmodell entstanden unter folgenden Prämissen:

  • Das Modell wird die Basis, auf der ein Mehrwert für den Anschlussnutzer zu geschaffen werden kann
  • Am Markt bereits etablierte Prozesse sollten weitestgehend bestehen bleiben
  • Vermeidung der Entwicklung von Prozessen, die ausschließlich für das Interimsmodell Anwendung finden, soweit dies möglich ist.

 

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Zeitliche Einordnung des Interimsmodells in der Umsetzung des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende.

Umstellung bei den Energieversorgern …

Was wird aus etablierten Messkonstrukten und Stammdaten?

Mit dem Interimsmodell wird der bis dato bekannte Zählpunkt in eine kaufmännische und eine technische Sicht aufgeteilt. Dafür werden die neuen Begriffe „Marktlokation“ (kaufmännisch) und „Messlokation“ (technisch) eingeführt.

Daraus kann abgeleitet werden, dass zukünftig mindestens zwei Zählpunkttypen vorhanden sein müssen.

Wenn man das bestehende SAP IS-U-Datenmodell zugrunde legt, bedeutet dies, dass weitreichende Anpassungen erforderlich sind und dass auch eine zusätzliche Anlage benötigt wird. Dies wiederum wirft Fragen nach den weiteren Objekten auf (Verträge, Geräte/Geräteinfosätze, Zählpunktservices usw.), die mit der Anlage und dem bisherigen Zählpunkt verknüpft sind. Wie wird mit denen zu verfahren sein?

Eine weitere Herausforderung, die Fragen aufwirft: Das Lokationsbündel

Dabei kann es sich beispielsweise um ein neues Objekt oder ergänzende Tabelleneinträge handeln, die die Verbindungen der Markt- und Messlokationen abbilden.

Das Datenmodell dazu könnte zukünftig wie folgt aussehen:

  • Für Markt- und Messlokation wird jeweils ein Zählpunkt (mit unterschiedlichem Label und unterschiedlichem Format) angelegt
  • Jede Markt- und Messlokation ist jeweils einer Anlage zugeordnet
  • Geräte sind unterschiedlich eingebaut
  • Jeder Zählpunkt hat unterschiedliche Versorgungsszenarien
  • Lokationsbündel: Verlinkung der Zählpunkte über erweiterte Tabelleneinträge

 

Das Lokationsbündel fasst die Daten messtechnisch abhängiger Markt- und Messlokationen zusammen - Quelle: Bundesnetzagentur.

Das Lokationsbündel fasst die Daten messtechnisch abhängiger Markt- und Messlokationen zusammen – Quelle: Bundesnetzagentur.

Ihr Software-Partner beantwortet die Fragen der Energiewende …

Wie wird das Interimsmodell in den aktuellen Datenmodellen umgesetzt, bis das Zielmodell definiert ist?

  • Wie kann die verbleibende Zeit bis zur Einführung des Interimsmodells noch genutzt werden?
  • Muss jedes Unternehmen eine individuelle Lösung schaffen oder gibt es weitestgehend standardisierte Hilfsmittel, die die Projekte effektiv beschleunigen können?
  • Welche Aufwände erwarten Sie?
  • Was muss im System „umgebaut“ werden?

Saxonia Systems entwickelt Ihre Lösung – interessen- und gesetzeskonform.

Gegenüberstellung von gegenwertigem Netz und zukünftigem‚‘Smart Meter‘ im intelligenten Stromnetz.

Gegenüberstellung von gegenwertigem Netz und zukünftigem‚‘Smart Meter‘ im intelligenten Stromnetz.


Quellen:

Matthias Siegmund ist Senior Consultant SAP Utilities und Teamleiter bei der Saxonia Systems AG. Er studierte an der TU Dresden und arbeitete anschließend als Analyst und Prozessberater. Heute unterstützt er Kunden der Energiewirtschaft im Bereich Anforderungs- und Projektmanagement. Darüber hinaus ist er für die strategische Weiterentwicklung des Geschäftsfeldes SAP innerhalb der Saxonia Systems AG mitverantwortlich. Sie erreichen ihn über matthias.siegmund@saxsys.de

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